Wolfram Ebersbach

Geb. 1943 in Zwickau/ Sachsen. 1960-1963 Lehrausbildung als Handelskaufmann mit Abitur. 1963-1966 Arbeit als Handelskaufmann, Abendkurse (Porträt- und Aktzeichnen) an Zwickauer Volkshochschule bei Carl Michel, Zeichenzirkel bei Klaus Matthai, Malzirkel bei Edgar Klier. 1966-1971 Übersiedlung und Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Grundstudium bei Fritz Fröhlich, Hans Mayer-Foreyt, Harry Blume und Irmgard Horlbeck-Kappler, Fachstudium für Malerei bei Wolfgang Mattheuer. Seit 1971 freischaffend. 1992-2008 Lehrtätigkeit an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Ausstellungen u. a. in Banska Bystria, Lille, Kiew, Leuven, Berlin, Leipzig, Altenburg, Dresden, Köln, Frankfurt a. M., Zwickau.

»Schichtwechsel im Tagebau Espenhain«, 1975/76


»Schichtwechsel im Tagebau Espenhain
/// Change of shifts at the opencast mine Espenhain«
,
1975/76, Öl auf Spanplatte /// Oil on chipboard,
97,9 x 148,1 cm, MdbK Leipzig
Inv.-Nr. G 2640. Erworben 1980 durch Übereignung
des Rates des Bezirkes Leipzig

Heute ist Wolfram Ebersbach vor allem für seine mit tiefem Schwarz kontrastierenden Darstellungen von Architekturfragmenten bekannt. Dass es von ihm auch figürliche Malerei und Grafik von zarter Tonalität gibt, ist nur den wenigsten geläufig. Diese kennzeichnen vor allem sein Frühwerk, wozu auch das Ölgemälde »Schichtwechsel im Tagebau Espenhain« gehört. Hier widmete er sich insbesondere der von Menschen geformten und geprägten Landschaft sowie dem Arbeits- und Lebensraum einer Generation, die im hohen Maße verändernde Spuren hinterließ.

Die extremen Weiten der Braunkohle-Tagebaulandschaft im Südraum Leipzig lernte er insbesondere durch die Zugfahrten zu seinem Studienort kennen. Doch erst 1971, im Jahr seines Diploms, begann er sich künstlerisch intensiver dieser kargen Landschaft anzunähern, das große Gemälde »Tagebau« entstand. Nach seinem Studium arbeitete er selbst in einer Gleisbaubrigade im Braunkohlerevier Espenheim, um den spezifischen Charakter dieser Arbeit und insbesondere die Menschen vor Ort näher kennen und begreifen zu lernen. »Mich interessiert eine Kraft im Menschen, die ihn auch in schwierigen Situationen seinen Mut und Optimismus nicht verlieren lässt«, betonte Ebersbach einst in einem Interview mit der Kunsthistorikerin Anneliese Hübscher. »Er macht weiter und versucht ‚trotz alledem’ das Beste daraus zu machen. Abraumlandschaften werden neu kultiviert und neu erschlossen.« (Hübscher, S. 8)

Text: Dr. Barbara Röhner

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