Willi Sitte

Kratzau (Chrastava/Tschechien) 1921 – 2013 Halle/Sa.
1936 Studienbeginn an der Kunstschule des Nordböhmischen Gewerbemuseums in Reichenberg (Liberec). 1940 Studienbeginn an der von Werner Peiner geleiteten Hermann-Göring-Meisterschule für Malerei in Kronenburg/Eifel. 1941 Einberufung zur Wehrmacht, Einsatz an der Ostfront. 1944 Versetzung nach Italien, dort 1945 desertiert und Anschluss an italienische Partisanengruppe. 1946 Rückkehr in die sowjetische Besatzungszone, ab 1947 in Halle/Sa. ansässig. Mitbegründer der Hallenser Künstlergruppe »Die Fähre«. Ab 1950 Mitglied des Verbandes Bildender Künstler Deutschlands (VBKD). 1951 Lehrauftrag, 1953 Dozentur am Institut für künstlerische Werkgestaltung Burg Giebichenstein in Halle. 1959 Professur an der Hochschule für Industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein. 1970 Vizepräsident des VBK der DDR, ab 1974 – 1988 dessen Präsident. 1972 – 1987 Direktor der Sektion Bildende und Angewandte Kunst an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein. Seit 1976 Mitglied der Volkskammer der DDR. 1985 Mitglied des Weltfriedensrates. 1986 – 1989 Mitglied des Zentralkomitees der SED. 2006 Eröffnung der Willi-Sitte-Galerie in Merseburg.  

Foto: Michael Ehritt, 2016, Museum der bildenden Künste Leipzig Willi Sitte Arbeitspause G 2685

»Arbeitspause /// Work break«,
1959, Öl auf Hartfaser /// Oil on hardboard,
199,5 x 121,8 cm, MdbK Leipzig
Inv.-Nr. G 2685. Erworben 1981 vom Künstler, Halle/Sa.,
aus Mitteln des Rates des Bezirkes Leipzig
Foto: © Michael Ehritt, 2016

Im Rahmen der Erziehung zur allseitig gebildeten sozialistischen Persönlichkeit in der DDR kann der »Bitterfelder Weg« als großangelegter kulturpolitisch-ideologischer Optimierungsversuch bewertet werden. Am 24./25. April 1959 fand im Kultursaal des VEB Elektrochemisches Kombinat Bitterfeld (später VEB Chemiekombinat Bitterfeld) die 1. Bitterfelder Konferenz statt. Hier wurde der Kulturpolitik programmatisch der Weg zur Herausbildung einer sozialistischen Nationalkultur gewiesen und gefordert, dass sie den wachsenden künstlerisch-ästhetischen Bedürfnissen der Werktätigen entgegenkommt. Der Kampf und das Leben der Arbeiterklasse stand in den 1960er Jahren als zentraler Bildgegenstand fest, die Künstler sollten sich jetzt verstärkt dem Arbeitsalltag der Werktätigen in ihren Werken widmen und leitbildhaft gestalten.

Text: Dr. Dietulf Sander

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