Rudolf Küchler

Geb. 1867 in Wien – 1954.
1883- 1890 Studium an der Wiener Akademie. Tätig in Berlin. Schuf Denkmale, darunter 1890 das Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Giebichenstein bei Halle, Bauplastiken, Porträtbüsten und 1914 – 1917 zahlreiche Erinnerungsmedaillen zum Ersten Weltkrieg.

»Leben ist Arbeit«, um 1900
Bronze; 60 cm,
Leipzig, Museum der bildenden Künste Inv.-Nr. PM 40. Alter Bestand

Merksätze wie »Leben ist Arbeit« geben in jeder Generation mehr oder weniger verbindliche moralische Richtlinien vor, zielten auf gesellschaftliches Wohlverhalten. Sie spiegeln die jeweils herrschenden Werte und Normen wider, zugeschnitten auf die Geschlechter, die unterschiedlichen Klassen und Schichten oder auch Glaubensrichtungen. Danach zu leben vermittelte das Gefühl, dazu zu gehören und ein ‚normales‘, gesellschaftlich akzeptiertes Leben zu führen. Unzählige bestickte Handtücher, bemaltes Geschirr, Kalendersprüche oder Wandschmuck verbreiteten sie allgegenwärtig. Und einige wirken zeitlich weit hinaus, denn die aktuelle Genderdebatte hat u.a. in den damals zementierten Verhaltensnormen von Frauen und Männern ihre Ursache.

Text: Dr. Dietulf Sander

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