Max Schwimmer

Leipzig 1895 – 1960 Leipzig. 1910 – 1915 Ausbildung als Lehrer, danach als Hilfslehrer tätig. 1920- 1923 Studium an der Universität Leipzig (Philosophie und Kunstgeschichte), 1924 Teilnahme am Sommerkurs von Hans Purrmann auf Ischia. 1926 – 1933 Lehrer an der Kunstgewerbeschule Leipzig, dann Entlassung und zeitweiliges Ausstellungsverbot. 1941 – 1945 zuerst Sanitätsdienst, seit 1944 Militärdienst. 1946 Direktor und Professur an der Leipziger Kunstgewerbeschule sowie Prorektor und Leiter der Abteilung Grafik an der Staatlichen Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig. 1951 Aufgabe des Leipziger Lehramtes und Berufung an die Hochschule für Bildende Künste Dresden, als Leiter der Abteilung Grafik. 1952 Mitglied der Deutschen Akademie der Künste Berlin.

Schwimmer Max, Antiker Besuch im Industriegebiet, 1948-49

Max Schwimmer (1895 – 1960)
»Antiker Besuch im Industrieviertel /// Antique visit at the industrial quarter«,
1948/49, Gouache, 60 x 75 cm, MdbK Leipzig
Inv.-Nr. NI 9678. Erworben 1949 aus der 2. Deutschen Kunstausstellung,
Dresden 1949 (bis 1989 Inv.-Nr. 1426 der Gemäldesammlung)

Der Maler und Graphiker Max Schwimmer ist wohl vor allem als einer der herausragenden deutschen Zeichner und Buchillustratoren zu Werken der Weltliteratur bekannt. Nach den durch die politischen Verhältnisse eingetretenen künstlerischen Beschränkungen ab 1933 bricht sich seit 1945 nicht nur eine rastlose bildnerische Produktion Bahn, sondern Max Schwimmer engagierte sich auch für einen demokratischen Neuanfang der Gesellschaft. Er setzte sich für die geistige Erneuerung auch der Künste ein und übernahm Lehraufträge. Selbst vom Expressionismus seiner künstlerischen Anfangsjahre herkommend, vertraut mit den Theorien und Tendenzen der Klassischen Moderne, wurde er einer der anregendsten Lehrer an den Kunsthochschulen. Bald wurde auch Schwimmer zum Zielobjekt heftiger Kritik und Anfeindungen während der bereits 1949 einsetzenden sogen. Formalismusdebatte, die gerade an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst mit dogmatischer Rigorosität geführt wurde und zum Weggang zahlreicher lehrender Künstler führte.

Text: Dr. Dietulf Sander

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