Joachim Jansong

Geb. 1941 in Berlin. 1957 – 1960 Besuch der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät (ABF) der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Otto Griebel und Gottfried Bammes. 1960/61 im Fotolabor der Deutschen Werbeagentur (DEWAG) in Berlin tätig. 1961 – 1966 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig, Abt. Fotografie, bei Heinz Föppel, Walter Schiller und Albert Kapr; 1966 Aspirantur und ab 1969 Oberassistent. 1971 Mitglied des Verbandes Bildender Künstler der DDR (VBK-DDR). Bis 2004 weitere Lehrtätigkeit an der HGB, ab 1970 Aufbau der Fachklasse Fotografik und Werkstattleitung der Fachklasse Freie Fotografie unter Arno Fischer und Evelyn Richter. 1977 Dozentur. 1992 Professor und Dekan des Fachbereiches Fotografie und Malerei; 2004 emeritiert. Lebt und arbeitet in Steinbach bei Freiberg/Sa.

Leipziger Landschaft mit Selbstporträt, 1982 Radierung, Heliogravüre; 22,8 x 32,8 cm

»Leipziger Landschaft mit Selbstporträt /// Leipzig landscape with self-portrait«, 1982, Radierung, Heliogravüre /// Etching, heliogravure, 23 x 32,9 cm, MdbK Leipzig
Inv.-Nr. 1982-157. Erworben 1982 vom Künstler, Leipzig

»Das letzte Foto /// The last photo«, 1982, Radierung, Heliogravüre
/// Etching, heliogravure, 49,5 x 36,2 cm, MdbK Leipzig, Inv.-Nr. 1984-380.
Erworben 1984 von der Galerie am Sachsenplatz, Leipzig

Joachim Jansong ist ein versierter Fotograf, der sich zum wichtigsten Vertreter der Collage und Montage in der DDR-Kunst der 1970/80er Jahre entwickelte. Sehr zielführend wusste er die durch die modernen Medien veränderten Sehgewohnheiten zu nutzen, seit er experimentierfreudig ab 1978 Fotografie mit druckgraphischen Techniken wie Siebdruck oder Radierung sowie malerischen Mitteln zu verknüpfen begann. Die entstehenden Werke zeichnen sich durch ein Höchstmaß an handwerklich-technischer Präzision und Perfektion aber auch durch geistige Vielseitigkeit, politische Wachheit und an die Grenze der Provokation gehende Inhaltlichkeit aus. Herausgelöst aus ihren ehemaligen Zusammenhängen offenbaren diese Fragmente in ihrer neuen unkonventionellen Zusammenfügung tiefere Sinnschichten und eröffnen vielfältige Gedankenwelten, fordern den Betrachter emotional und zu einer persönlichen Stellungnahme heraus. Verknüpft werden ebenso Historie und aktuelles Zeitgeschehen, Traditionsbezug und Avantgarde zu einer besonders die lokale Leipziger Kunstszene charakterisierenden kritischen Zeitzeugenschaft.

Text: Dr. Dietulf Sander

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