Helmuth Macke

Geb. 1891 in Krefeld – 1936 im Bodensee ertrunken. 1906-1908 Studium an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Krefeld bei Johan Thorn Prikker, dessen Meisterschüler. Ab 1910 Kontakte zu verschiedenen Künstlerkreisen, darunter »Blauer Reiter«, »Brücke«, »Rheinische Expressionisten«. 1913 – 1918 Militär- und Kriegsdienst in Frankreich, Belgien und Mazedonien, zeitweilig als Kriegsmaler eingesetzt, schwere Verwundungen; 1919 – 1925 in Bonn ansässig. 1925 – 1930 in Krefeld. 1929 Verleihung des Rompreises, 1930 ausgedehnte Studienreisen in Italien. 1930/31 Atelier in Ascona. 1931/32 wieder in Krefeld. 1933 Übersiedlung nach Hemmenhofen am Bodensee.

Abstich 1923 von Helmuth Macke

»Abstich«, 1923, Öl auf Leinwand; 100,2 x 80,3 cm
Leipzig, Museum der bildenden Künste
Inv.-Nr. 2891. Erworben 1987 von Karl-Heinz Sonntag, Leipzig

Helmuth Macke gehörte zu jener jüngsten Generation bildender Künstler, deren gegen die traditionalistische Kunstauffassung des Wilhelminischen Kaiserreiches gerichtete Suche und Streben nach neuen Ausdrucksformen erste Erfolge bei der Entwicklung eines eigenen, in seinem Falle, ‚expressiven‘ Stils durch den Ersten Weltkrieg jäh unterbrochen wurde. Um 1909/10 hatte er Kontakt zu führenden deutschen Künstlervereinigungen wie dem »Blauen Reiter« oder der »Brücke« gefunden. Freundschaft verband ihn u.a. mit seinem Cousin August Macke und Franz Marc, zwei der heute als Hauptvertreter der Klassischen Moderne gefeierte Meister, die beide in den Schlachten des Weltkrieges fielen. Helmuth Macke selbst gilt als wichtiger Vertreter des »Rheinischen Expressionismus«. Ab 1933 wurden 57 seiner Werke als »entartet« aus öffentlichen Sammlungen entfernt, ein Großteil seines Gesamtwerkes wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Erst in den 1950er Jahren wurde seiner künstlerischen Leistung die gebührende Beachtung zuteil.

Text: Dr. Dietulf Sander

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