Günter Thiele

Geb. 1930 in Leipzig. 1945 – 1949 Lehre als Rundfunkmechaniker und Tätigkeit in diesem Beruf. 1949/50 Studium an der Leipziger Kunstgewerbeschule, Studienabbruch u.a. wegen Verfestigung dogmatischer Kunstauffassungen. Freischaffend tätig, an zahlreichen Ausstellungen beteiligt. 1956 – 1960 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Berlin-Charlottenburg. Rückkehr nach Leipzig, seither freischaffend als Maler und Grafiker tätig. Ab 1961 Leiter von Zeichen- und Malkursen an der Leipziger Volkshochschule, ab 1974 Lehrauftrag an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in der Abteilung Grundlagenstudium (Malerei/Grafik). Seit 1993 wieder freischaffend. 1996 Ausstellung »Günter Thiele« an der Universität Leipzig und 2006 Neuer Leipziger Kunstverein im Museum der bildenden Künste Leipzig.

Thiele-Günter-Brücke-in-Plagwitz-1969

Günter Thiele (geb. 1930)
»Brücke in Plagwitz /// Bridge in Plagwitz«,
1969, Mischtechnik auf Leinwand /// Mixed technique on canvas,
99,5 x 119 cm, MdbK Leipzig
Inv.-Nr. G 2250. Erworben 1972 durch Übereignung des Rates der Stadt Leipzig

Nach 1945 entwickelte sich das Architekturbild zu einem lokalspezifischen und zentralen Sujet der Leipziger Kunst. Kaum einer der hier lebenden Künstler konnte sich der Auseinandersetzung mit dem lokalen großstädtischen Lebensraum gänzlich entziehen. Der fokussierende Blick auf dessen wechselvollen Zustand transportierte vielschichtige Stimmungen und Gefühle zwischen enger Verbundenheit und kritischer Distanz. Stadtlandschaften Leipziger Provenienz sind sensible Reflektionen über den Zustand der Gesellschaft, das Verhältnis der Menschen zueinander und zu ihrem Lebensumfeld. Sie haben zur Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt einen wesentlichen Teil beigetragen.

Text: Dr. Dietulf Sander

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