Constantin Meunier

Etterbeek bei Brüssel / Belgien 1831 – 1905 Ixelles bei Brüssel / Belgien.
1845 – 1854 Studium an der Akademie in Brüssel. 1868 Mitbegründer der Société Libre des Beaux-Arts in Brüssel. 1886 erste plastische Großfigur, seit 1892 Beschäftigung mit einem »Denkmal der Arbeit«. 1887 – 1895 Professor an der Akademie in Löwen. Als Maler und Bildhauer ein Hauptvertreter des Realismus im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Meunier Constantin Die Grubenarbeiterinnen 1889

»Die Grubenarbeiterinnen /// Female pit workers«,
1889, Öl auf Leinwand /// Oil on canvas,
240,5 x 160 cm, MdbK Leipzig,
Inv.-Nr. G 848. Erworben 1906 von den Meunierschen Erben,
Brüssel, aus Mitteln der Theobald-Petschke-Stiftung, Leipzig

Hatte Constantin Meunier zunächst als Maler von Werken vornehmlich religiöser Thematik begonnen, so wandte er sich ab 1857 entschieden dem Realismus zu und ab 1880 der Darstellung des arbeitenden Menschen. Seine bei aller Wahrhaftigkeit auch idealisierenden Darstellungen vorrangig aus dem Borinage, dem belgischen Kohlenrevier in der Provinz Hennegau in Wallonien, sind deutlichster Ausdruck seines Wunsches nach einer individuellen Malerei, die sich mehr an die Massen, an das Volk wendet. Im 19. Jahrhundert gehörte Belgien mit seinen Zentren der Eisenverarbeitung und der Kohleförderung nach England zu den am stärksten industrialisierten Ländern Europas. Enormer wirtschaftlicher Prosperität stand ein starkes soziales Gefälle gegenüber, das zur Verproletarisierung ganzer Bevölkerungsschichten führte. Es waren die Bergarbeiter, die am radikalsten und hartnäckigsten gegen die unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen aufbegehrten. 1885 wurde die Belgische Arbeiterpartei (POB) gegründet.

Text: Dr. Dietulf Sander

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