Adolf von Menzel

Breslau 1815 – 1905 Berlin. 1830 Übersiedlung der Familie nach Berlin. 1832 Übernahme der väterlichen Steindruckerei. 1833 kurzzeitiger Besuch der Gipsklasse der Berliner Akademie, im wesentlichen aber Autodidakt. 1839 Auftrag des Leipziger Verlegers J.J. Weber zu den Illustrationen zu Kuglers »Geschichte Friedrich des Großen«. Seit 1853 Mitglied der Berliner Akademie der Künste. 1898 Verleihung des Adelsprädikats. Bedeutendster deutscher Realist des 19. Jahrhunderts.

Selbstbildnis im Eisenwalzwerk, 1872

»Selbstbildnis im Walzwerk /// Self-portrait at the steel-mill«,
1872, Gouache, 16,3 x 12,8 cm, MdbK Leipzig,
Inv.-Nr. 1972-5. Erworben als Geschenk von Heinz Senger, Neubrandenburg

Nachdem Carl Blechen mit dem Gemälde »Walzwerk Neustadt-Eberswalde« (um 1830; Berlin, Nationalgalerie) ohne Auftrag eine der ersten deutschen Industrielandschaften geschaffen hatte, ist Menzels 1875 vollendetes Gemälde »Eisenwalzwerk« ein Höhepunkt bei der Schilderung einer modernen industriellen Produktionsstätte der Gründerzeit. Anstoß zur Beschäftigung mit dem Industriemotiv gab 1869 der Auftrag zum Jubiläumsblatt für das 50jährige Bestehen der Heckmannschen Metallfabrik im Berlin. Um die Arbeit in einem Walzwerk vor Ort persönlich ganz direkt zu erleben und genau studieren zu können, reiste Menzel 1872 nach Königshütte im oberschlesischen Industrierevier. Als Zentrum des Steinkohleabbaus und der Schwerindustrie war es damals das zweitgrößte Schwerindustriegebiet des Deutschen Reiches nach dem Ruhrgebiet. Die Königshütte (heute: Chozów) in der Nähe von Kattowitz (heute: Kattowice) wurde 1791 als preußisches Staatsunternehmen gegründet und war eines der ersten mit Dampfkraft betriebenen Hüttenwerke Europas.

Text: Dr. Dietulf Sander

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