Adolf Lehnert

Leipzig 1862 – 1948 Leipzig. Sohn eines Lokomotivführers. 1880 – 1888 Studium an der Königlichen Kunstakademie und an der Königlichen Kunstgewerbeschule in Leipzig, danach Studienaufenthalte in Rom und Paris. 1896 – 1924 als Lehrer an der Kunstakademie in Leipzig tätig, 1897 Leiter der Bildhauerklasse. 1915 Arbeit an einem »Denkmal der Arbeit«
für Zeitz. Lehnert gehört zu den bedeutendsten Vertretern des Historismus in Leipzig.

»Gustav Harkort«, 1887

»Gustav Harkort«, 1887, Carrarischer Marmor auf angesetztem Sockel
/// Carrara marble on a pedestal, 52 x 44 x 29 cm, MdbK Leipzig

Die Entwicklung eines komplexen Eisenbahnnetzes war die Voraussetzung, dass sich in Deutschland und in Europa die Industrialisierung so vehement ausbreiten konnte. Sie verband die Zentren der Kohlen- oder Erzproduktion mit den Zentren der Schwerindustrie und sorgte für die Verbreitung der Endprodukte. Wesentliche Initiativen dazu gingen von Leipzig aus.

Zu den bedeutendsten deutschen Unternehmerfamilien, deren Mitglieder über Generationen sich dem Handel, der industriellen Eisenwarenproduktion und dem Eisenbahnwesen verschrieben hatten, gehörten die Harkorts. Zu ihnen zählten Gustav Harkort (1795 – 1865) und seine Brüder, die sich stark für die Eisenbahn engagierten. Hatte z.B. sein Vater, der märkische Eisenwarenfabrikant Johann Caspar Harkort (1753 – 1818) in Hagen-Haspe die Harkort’sche Fabrik gegründet, so wurden dort unter Gustavs Bruder Johann Caspar Harkort (1785 – 1877) Achsen und Räder für die Eisenbahn hergestellt.

Text: Dr. Dietulf Sander

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